Wolfgang Sandt

Wolfgang Sandt, deutscher Bildhauer mit Faible für Umbrien, arbeitet hauptsächlich mit Stein, aber auch mit Holz und verschiedenen anderen Materialien, wobei er auch Fundstücke in seine Skulpturen integriert. Seine Arbeiten sind sowohl naturalistisch als auch ungegenständlich.

Seit geraumer Zeit beschäftigt er sich mit dem Thema der „Zerbrechlichkeit“, der Frage nach der beständigen Veränderlichkeit unverrückbar feststehender Werte und Gegebenheiten. Ein Ergebnis dieser Auseinandersetzung sind seine „fragilen Stelen“, lang, schlank, elegant und immer mit fragilen Bereichen haarscharf am Rande des Zerbrechens. Dazu sagt Wolfgang Sandt: „Der Künstler muss stets bis zum Äußersten gehen“. Er ist fasziniert vom Gegensatz zwischen der Schwere des Materials (in diesem Fall Stein) und der Leichtigkeit der Form: er sucht die Verbindung zwischen Himmel und Erde.   

Ein anderer Gegensatz, der in seinem Werk sichtbar wird, ist der zwischen der Festigkeit des Steins und der Ungreifbarkeit des Lichts. Wolfgang Sandt gelingt es, den Stein so fein zu bearbeiten, dass dieser lichtdurchlässig wird. Er erschafft damit wahre „Lichtsteine“. In seinen aktuellsten Arbeiten erschuf er einen Zyklus von steinernen Häusern. Aber was für Häuser sind das? Häuser auf Rädern, „mobile homes“, bereit, jederzeit ihren Standort zu verlassen, mit unbekanntem Ziel. Häuser mit Bruchstellen und in allen erdenklichen kippeligen Situationen. Und schon wieder wird das Beständige, vermeintlich Sichere (manchmal mit einem Augenzwinkern) in Frage gestellt.

Prof. Corrado Attili. Aus: Umbria Cultura, Marzo 2002
(Übersetzung Dr. A. Greifenhagen)

Fragile Stele
Fragile Stele IV
Janus Zwiesprache
Mittsommernachtstraum
Mittsommernachtstraum III
Erscheinung
Lichtfänger
Wellenmond
Begegnung
Wächter
Portrait Daniela