Michael Klahold (*1960, †2009)

Das Werk des Paderborner Künstlers Michael Klahold entstand in den 1980er Jahren und wurde durch Arbeiten von Woldemar Winkler, Wilfried Hagebölling, Louise Nevelson und besonders von Alberto Burri angeregt.

Im Mittelpunkt seines Schaffens stand die Verbindung von Malerei und Objektkunst, das Ineinanderwirken verschiedener Materialien. Klahold hatte sich der modernen Objektkunst verschrieben.
Klahold arbeitete mit Abgüssen, Modellierungen und Montagen. Seine Assemblagen und Objekte fertigte er aus Fundstücken der Alltagswelt, überzog sie mit Wachs oder experimentierte mit Materialien, mit der Oberfläche und Strukturen.
Materialien wie Blei-, Gips, Mullbinden und Dispersions- und andere Farben wurden eingesetzt. Er machte Abfall, Fundstücke, Weggeworfenes für seine Arbeiten fruchtbar. Es gab für ihn nichts Unbrauchbares und er suchte den Widerstand im Material.
Die dialektische Synthese zwischen „kulturell etablierten“ und profanen Materialien, zwischen Farbe und Fundstück lieferten Michael Klahold ein unwiderstehliches Angebot für seine Werke. Wenig Farbigkeit und immer wieder Schwarz waren Klaholds Ausdrucksträger direkter Lebens- und Malimpulse.
Seine Arbeiten geben Bildern aus den Tiefen des Unbewussten sichtbaren Ausdruck in geometrischer Formgebung.

Krankheit, Tod, menschliche Unterdrückung, Terror, Krieg, Naturkatastrophen, Bedrohung durch Mensch oder Tier, ausweglos erscheinende Lebenssituationen, Freiheitsberaubung oder das Eingesperrtsein in der eigenen Psyche waren Themen die Klahold bewegten. Sie resultierten aus der Zerrissenheit und Widersprüchlichkeit des Menschen und des Künstlers selbst, der das verursachte Leid zu beseitigen und zu lindern suchte. Die Ausformung der aus diesen Quellen fließenden Expressivität gibt der bildnerischen Gestaltung Leben und Kraft, und ist mitunter düster und beklemmend. Die künstlerischen Arbeiten sind Ausdruck einer inneren Befindlichkeit. Es ist die kreative Umsetzung einer subjektiven Welterfahrung, die das Sein des Menschen, Ängste, Leid und Bedrohung reflektiert.
Klahold klagte aber nicht an, es war für ihn keine dringende Notwendigkeit, Position zu beziehen. Er sah sich nicht als Leidtragenden seiner Lebensgeschichte, sondern auch als Subjekt, das seine destruktiven Bereitschaften aktiv inszeniert, Kunstwerke schafft. Kunst als Ausdruck seiner eigenen Destruktivität und Selbstzerstörung.

Die meisten Arbeiten wurden Anfang der 1990er Jahre zerstört oder gelten heute als verschollen. Nur wenige frühere Weggefährten, die noch im Besitz einiger Werke sind, konnten bis heute durch Art Cartel ausfindig gemacht werden. Klahold starb 2009 im Alter von nur 49 Jahren.

o.T. (Objektbild Nr. 1)
o.T. (Objektbild Nr. 1, Ausschnitt)
o.T. (Objektbild Nr. 1, Ausschnitt)
o.T. (Objektbild Nr. 2)
o.T. (Objektbild Nr. 2, Ausschnitt)
o.T. (Objektbild Nr. 3)
o.T. (Objektbild Nr. 3, Ausschnitt)
o.T. (Objektbild Nr. 3, Ausschnitt)
Ohne Titel (Objekt Nr. 1)
Ohne Titel (Objekt Nr. 1, Ausschnitt)